Auf den folgenden Seiten werdet Ihr hauptsächlich unsere Nymphenbande kennenlernen und auch etwas über die Haltung erfahren. Angefangen hatte damals alles ganz harmlos mit 2 Wellensittichen...

Nachdem ich mich in einen Mann verguckt hatte, der gegen viele Tierhaare allergisch ist, war erst mal der Gedanke an ein Haustier vom Tisch. Aber Sabine ganz ohne "Viehzeugs" ging gar nicht und irgendwann erinnerte ich mich, daß wir, als ich noch Kind war, immer Vögel zuhause hatten. Unzertrennliche wollte ich nicht, da an diese die Erinnerung verknüpft war: jeden Morgen lautkreischend um 5.00 Uhr geweckt zu werden. Kanarienvögel hatte mein Opa gezüchtet, aber die waren mir irgendwie zu langweilig (Kanarienvogelbesitzer, welche dieses lesen, mögen mir bitte verzeihen). Aber die Wellensittiche, von denen es immer irgendwie 2 in der Familie gab (einen Blauen für Sabine und einen Grünen für ihren Bruder), waren doch nett.  

Dass Wellies zu den Papageien gehören und immer mindestens paarweise gehalten werden sollen, war mir auch bekannt. Also bin ich ganz unbedarft zu einem Tiergeschäft mit einer großen Vogelabteilung und habe mir dort 2 Wellensittiche samt einem Käfig, etwas Spielzeug und dem üblichen Zubehör gekauft. Beide sollten erst 8 Wochen alt sein.  Nachdem ich in einem Buch etwas über erkennen von Jungvögeln (Wellenzeichnung bis zum Schnabel und dunkelgefärbten Schnabel) gelesen habe, war ich mir auch sicher, daß dies stimmte.

Und an diesem Punkt nahm das Unglück seinen Lauf.....

Das Buch, welches ich mir gekauft hatte, ging mir nicht genug in die Tiefe, also stöberte ich ab sofort im Internet und kaufte weitere Bücher. Immer mehr wollte ich über die kleinen Australier wissen. Fütterung war auf einmal ein Thema (by the way, wie verrückt ist frau eigentlich??? Die Wellensittiche meiner Kindheit haben auch alle mit dem normalen handelsüblichen Futter mit Jodkörnchen überlebt, und heute denkt frau über Zusätze, Konservierungsstoffe usw. nach). Und mein Käfig, schön war er. Auch relativ groß, aber noch größer wäre doch besser. Und schon 1 Woche nach der Anschaffung ersteigerte Sabine einen noch größeren Käfig bei ebay... dem noch weitere Größen folgten bis wir bei den heutigen Volieren gelandet sind.

Hatte ich früher nie Interesse an Nymphensittichen und wie viele Leute, das Vorurteil, dass Nymphen einfach nur laut sind, kam schnell auch Interesse an Nymphen hoch. Hier legte mein Lebensgefährte aber striktes Veto ein. Er hatte vor vielen Jahren einen Nymphenhahn (damals war Einzelhaltung leider noch weit verbreitet) und der hat verständlicherweise den ganzen Tag Kontaktrufe abgesetzt. Also stand hier hartnäckig das Vorurteil "Nymphen sind laut" im Raum und Nymphensittiche wurden strikt abgelehnt. Aber was frau sich einmal in den Kopf gesetzt hat verschwindet ja nicht einfach so wieder. Also kam über ein Jahr immer wieder mal das Gespräch auf Nymphen und immer wieder gab es ein kategorisches: "Nein!". Bis dann der Tag kam, an dem  er sich erweichen ließ und unsere ersten beiden Nymphen Coco und Willow hier einzogen. Mittlerweile teilen wir unser Zuhause mit 2 Wellen- und 7 Nymphensittichen (und nicht zu vergessen Hündin Abby). Seit Februar 2009 bin ich im Besitz einer Zuchtgenehmigung für Papageien und Sittiche und Mitglied im AZ-Verband.

Es gibt Leute, die Nymphenhalter als "nicht normal" bezeichnen. Ist man nicht normal:

  • Nur weil man einen Schwarm fliegender Nagetiere im Wohnzimmer hat?
  • Man den Vögel nur absolut Gesundes serviert und dabei selber eine Tiefkühlpizza isst?
  • Die meisten Möbel abgerundete Ecken haben?
  • Man bei jedem Spaziergang die Natur nach Leckerem für die Geier absucht?
  • Man sofort über 40 km zum nächsten vogelkundigen Tierarzt fährt, wenn einer der Geier schief guckt, während man selber schon seit Wochen erkältet ist, aber nicht zum Arzt geht?
  • Der Vorratsschrank für die Vögel besser bestückt ist als der für die Federlosen?  
  • Der Staubsauger der Kaffeemaschine den Rang als meistgenutztes Elektrogerät streitig macht?
  • alle Bücher den Antik-Look haben?
  • die einzigen Grünpflanzen, die man noch beherbergt, Gooliwog heißen?
  • man leidenschaftlich Kräuter anpflanzt, die aber nie Verwendung in der Küche finden?

 

Also für mich ist das normal

Besucher seit dem 05.04.2010